Die Meister
Prolog
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Familie
die Story
Die Abwehr
Tagebuch
Quellen
Tagebuch

Während meiner intensiven Suche nach meinem Großvater und deren schriftlicher Fixierung, ausgelöst durch den "Abendblatt- Artikel" (s. Seite “Prolog”) habe ich in loser Folge auch aktuelle Gedanken festgehalten. Daneben lese ich als Quellen unterschiedliche Bücher und schreibe Erarbeitetes in den Sites dieser Homepage nieder. Schon allein dieses Erstellen, ist was ganz Neues für mich, manchmal  macht es Spaß, aber es gibt auch Momente, wo ich mich frage,  was ich mir hier eigentlich antue? Es braucht enorm viel Zeit! Je länger ich mich damit beschäftige, desto mehr weitet sich das Thema, bzw. streife ich neue Themen. Lese und beobachte auch vieles, sensibilisiert vom Projekt unter einem besonderen Focus. Ich muss aufpassen, mich nicht zu verzetteln, im wahren Sinne des Wortes, denn meine Notizen häufen sich.

15. August `04

Ich bin erstaunt, wie viele sich im Internet mit diesem Thema beschäftigen. Allein in den Suchmaschinen brauche ich nur “Hilmar Dierks” oder “Vera Eriksen/von Schalburg” einzugeben. Zum ersten mal nutze ich das Internet intensiv, auch eine neue Erfahrung

18.August

Kontakt mit “G. Duncan” im Internet aufgenommen und mit Balsi@web.de.

19. August

Kontakt mit mgBard@aol.com und Bo Stahlbrand aufgenommen.

31. August

G. Duncan hat mir geantwortet, dass er in der Nähe von Port Gordon aufgewachsen ist und er sich noch erinnert, wie er als Kind von dem Geschehen um die Lena Agenten und der Verhaftung beeindruckt war. Er hat mir Buch Auszüge zum Thema kopiert. Merkwürdig mit Menschen, mit Zeitzeugen in Berührung zu kommen. Es war Realität, rückt dadurch näher. Weißt mich auf U. Brehmer, als Fachmann hin, weiß aber nicht, wo ich ihn erreiche.

1. September `04  

Heute “Stern-”  Archiv angerufen. Fr. Leopold will mir den Artikel, an den ich mich erinnere, aus der Handkartei ´raussuchen, in der EDV wird erst ab ´79 archiviert. Überlege, ob ich ein Tagebuch der Suche führen soll? Zusätzlich noch zwei gute Webadressen gefunden (Webmaster@portgordon.org, jewishvirtualibrary.org).  Mache mir Gedanken zum Herangehen und Auf0bau der Homepage. Suche U. Brehmer im Internet, über Tel. Nr. Software, komm nicht weiter.

2. September     

Von Fr. Leopold den erbetenen Artikel zugesandt bekommen. ist nicht der erwartete, meine einen anderen von 1970 in Erinnerung zu haben. Dieser ist Teil einer Folge. Ulrike (meine Frau) liest ihn mir vor auf der Fahrt nach Fanö. Ich überlege, das Archiv aufzusuchen, um selber dort zu forschen, auch wenn der Stil des Artikels eher dem eines Groschenromans entspricht. Er sagt mir was über das Geschehen. Dabei geht mir der Gedanke durch den Kopf, “wer war mein Großvater Hilmar Dierks?” , Fragmente, Zitate fallen mir ein. Seine Beziehungen zu Frauen, warten scheinbar kurz und intensiv, die längste, die zu seiner Mutter, meiner Urgrossmutter, dauerte man gerade 13 Jahre. Die 5 Jahre gelebte Ehe zu meiner Großmuter “Nuti”, war schon nach gleich zu Beginn von einer Parallelbeziehung (1. Sohn) begleitet. Permanentes Doppelleben?! Die Beziehung zu Vera, evtl. 3 Jahre, vom evtl. Eheschlusstermin unter Tarnnamen “von Wedel” habe ich zur Zeit noch keine Ahnung, will standesamtliche Abklärung.

9.September

Kontakt mit Wala@Wiso.Uni-Erlangen.de aufgenommen. Zum Geburtstag das Buch:” Ein Kapitel aus meinem Leben.”, 
v. Barbara Honigmann geschenkt bekommen. Verblüffende Parallelen.

21. September

Christen aller Konfessionen treffen sich zur Israel - Solidaritätskundgebung in Berlin, zur Ansicht:

  gehe zu >>  


19. September 04

Gedanken zur Darstellung; will unterschiedliche Entwicklungsstränge, je nach “Legende”, als Möglichkeiten darstellen. Was ist mein Motiv? Nicht weil “man” das heute so macht, persönliche Aufarbeitungsversuche der eigenen Vorfahren in der Nazizeit. Erst jetzt beim /im Angehen des Themas wird mir bewusst, das ich damit mich auch noch mal ganz neu diesem düsteren Teil deutscher Geschichte stelle. Vielleicht ist jetzt die Zeit auch erst reif, sind wir reif, uns persönlich mit diesem Grauen und den eigenen familiären Anteilen, zu beschäftigen. Ich merke aber, die Verunsicherung und Ängste mit der Hoffnung, sein Anteil am Grauen ist nicht zu massiv. Könnte ich das ertragen? Lieber die Vergangenheit ruhen lassen? Ich merke, es kostet mich Mut, mit innerem Ruck will ich anfangen und das gerade im erwähnten Artikel dargestellte Bild - korrigieren. Merkwürdiges Gefühl, mich für meinen Großvater, einsetzen zu müssen, den ich gar nicht kenne. Da passiert was gefühlsmäßig in mir, was ich in den Bereich zuordnen möchte, Verantwortung zu übernehmen für die Familie, als dessen Teil ich mich verstehe: Aber eben auch für die Vorfahren?!

24. September

Kontakt mit oli@taucher.net aufgenommen, er hat auch eine Homepage mit Inhalten zu dieser Zeit, ist nur erheblich mit dem Computer vertrauter. Weißt mich auf Uwe Brammer hin. Aha, bei G. Duncan in der E-Mail ist ein Schreibfehler. Brammer heißt er

25. September.

Bestelle in der Buchhandlung das Buch von Uwe Brammer, unter dem richtigen Namen, war's kein Problem das Buch im Internet zu finden.

28. September

Kontakt zum englischen Nationalarchiv aufgenommen, um an die Dokumente heranzukommen, die über Vera Eriksen´99 freigegeben wurden wie über die anderen Lena - Agenten aus dem Süden. Ist das kompliziert daran zu kommen. Die Buchhandlung kommt nicht über ihren Grossisten ans Buch. 2. Versuch über anderen Grossisten. Finde im Internet unter Eingabe des Namens einen Referenten im Bundesministerium, dem schicke ich ein Fax mit der Anfrage, ob er derjenige welche sei.

29. September

Herr. Brammer ruft mich an und ist völlig irritiert, wie ich an seine Tel. Nr. gekommen bin. Ja, das Internet. Interessantes Gespräch, er hat an diesem Thema, gerade über die Hamburger Abwehrstelle, seine Magisterarbeit, damals zum Abschluss seines Studiums in Hamburg geschrieben. Und sie wurde ausgewählt, da dies Thema in der Weise noch nicht bearbeitet wurde und verlegt unter dem Titel: >>Spionageabwehr und “Geheimer Meldedienst”, Die Abwehrstelle im Wehrkreis X Hamburg 1935-1945 << Also genau passend zu meinem Thema. Aber über meinen Großvater hatte er so gut wie nichts gefunden. Hatte aber, wie er mir erzählt, auch” nur” 6 Monate für die Arbeit Zeit gehabt: Interessant, er hatte noch die Möglichkeit gehabt, mit Zeitzeugen zu sprechen. So z.B. mit Herbert Wichmann, dem damaligen Leiter der Abwehrstelle. Diesen Namen hatte ich schon früher gehört, als von Jemandem, der immer noch ein Gesteck auf das Grab meines Großvaters bringen ließ. Im Familienarchiv fand ich auch, die von ihm aufgegebene Todesanzeige. (s. unten; abgebildet, mit Foto, ist er auf der Site “Familie”). Im Text geht er wertschätzend auf ihrer beider gute Beziehung in den Friedensjahren ein. Sie scheinen sich länger und besser gekannt zu haben. Ebenso wertschätzend und vertraut wirkt der Text von Dr. Dischler, dem Vorgänger in der Leitung AST X und späterem Leiter von AST Brüssel.

Weiterhin berichtete er mir von einer Annette Müller, die in Freiburg Anglistik studiert habe und einen Peter Byrne auf seiner Vortragsreise durch Deutschland, als Übersetzerin, begleitet habe. Sein Thema seien gerade die dt. Doppelagenten während des 2. Weltkriegs in England. Er sei sehr gut informiert und plane sogar einen Film darüber, vielleicht wisse er noch Fakten, gerade auch zu meinem Großvater. Von Annette Müllers leben in Freiburg 7. Hat mein Bruder am Abend, nachdem ich ihm davon berichtete, gleich alle angerufen, nette Gespräche geführt, aber die, die ich suchte, war nicht dabei. Wie ist an den Peter Byrne dran zu kommen?                           

 4. Oktober 04

Kontakt zu Paul Brown@arch2.nara.gov. aufgenommen, dem amerikanischen Archiv. Er empfiehlt mir, mich an das deutsche Archiv zu wenden. Da die Kopien der Mikrofilme sehr teuer sind.

8. Oktober.

Einen Peter Byrne im Internet gefunden, der nach der Beschreibung es vielleicht seien könnte. Ihm habe ich eine Anfrage per E-Mail gesendet (Bis heute, 1. Dez. in dieser Sache nicht weiter! Anmerkung d. Verfassers). Habe weiterhin schriftlich unter Angabe der Daten, die ich besitze, jeweils eine Anfrage an das Bundesarchiv-Militär- Archiv in Freiburg und an die Zentralnachweisstelle in Aachen gesandt. Beide wurden mir empfohlen, als Behörden, die tatsächlich Daten sammeln und als Familienangehöriger würde ich sicher informiert. So, der nette Paul Brown vom Nationalarchiv Amerikas, sowie Uwe Brammer, der für sein Buch auch mit diesen Behörden zusammenarbeitete.

14. Oktober 

Antwortschreiben der Zentralnachweisstelle erhalten. Als ich den Umschlag sehe, freue ich mich schon,  endlich Fakten zu erhalten. Zu früh gefreut, ich werde nur informiert, dass Kosten auf mich zukommen, wenn ich weiterhin interessiert sei. OK., jetzt will ich's wissen.

16. Oktober

Unter www.netzeitung.de./spezial/zeitgeschichte/217196.html interessanten Artikel über Umgang Englands im 2. Weltkrieg zum Thema: Doppelagenten. Simulierte Bombenanschläge um Legenden aufrecht zu erhalten.

18. Oktober

Heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit, hatte ich auf Regennasser Straße nach 11/2 Jahren ohne derartiger Probleme, meinen ersten Unfall mit dem Motorrad. Das war ein Schreck und schmerzhaft! Gott - sei-  Dank! In Allem, bin ich vor Ernsterem bewahrt worden. Am Abend habe ich eine Einladung zur Gedenkveranstaltung zum 50jährigem Bestehen “Yad Vashem”* ins Hamburger Rathaus. Für das Land und Volk Israel, hege ich eine besondere Beziehung, die Veranstaltung ist mir wichtig. Da mich Freunde mitnehmen, ist es mir humpelnd möglich. Nach einer Begrüßungsrede durch den einladenden Bürgermeister Ole von Beust und der anschließenden Ansprache des Präsidenten der Hamburgischen Bürgerschaft Berndt Röder, folgte aus Israel Oberrabbiner Israel Méir Lau:Bei seiner Rede musste ich daran denken, dass an gleicher Stelle Hitler ca. 70 Jahre zuvor bejubelt wurde. Méir Lau erlebte als 10 Jähriger die Befreiung Buchenwalds. Durch mein aktuelles beschäftigen mit dieser Zeit, bekommt dies alles noch mehr Intensität.  Abschließend sprach Albrecht Fürst zu Castell. Castell, dem ersten stellvertretendem Vorsitzenden des deutschen Yad Vashem Freundeskreis. Die letzten beiden Redner fand ich am interessantesten, deshalb daraus Auszüge. *Die Gedenkstätte in Jerusalem hat ihren Namen aus dem Prophetenbuch der Bibel bei Jesaja 56 Kap., Vers 5: “Ich will ihnen in meinem Hause und in meinen Mauern ein Denkmal und einen Namen (Yad VaShem) geben... einen ewigen Namen will ich ihnen geben, der nicht vergehen soll.”     

Oberrabbiner Méir Lau in Hamburg

Gedenkschrift 50 Jahre Yad Vashem

Halle der Erinnerung, Yad Vashem

Entn.: “EBENEZER HILFSFONDS – Infobrief”,  November 2004

Ewiges Gedenken an die Menschen im Holocaust

Nie vergessen und nicht vergeben 

Am 18, Oktober fand im großen Festsaal des Hamburger Rathauses eine Gedenkfeier zum 50jähr;gen Bestehen von Yad Vashem statt Oberrabbiner Méir Lau aus Israel  fühlte sich bei den Hanseaten "fast wie Zuhause". In seiner Rede berichtete er unter anderem von zwei "zu Herz" gehenden Begegnungen,

1997 Staattete ich dem Papst auf seinem Landsitz Castell Gandolfo einen Besuch ab. Da wir beide, Karol Wojtyla und ich, aus Krakau stammen, unterhielten wir uns auf polnisch. Nach kurzer Zeit bat ich, einen Freund dazu holen zu dürfen, der eine persönliche Frage an ihn richten wolle. Ich erhielt die Erlaubnis und mein Freund erzählte seine Geschichte:

Vor ihrer Deportation bat das Ehepaar Hillel eine Bauernfamilie, auf ihren noch in Windeln liegenden Sohn aufzupassen, während sie fort wären. Und für den Fall, dass sie nicht zurückkehren würden, sollte die Familie den Sohn großziehen. Der Junge wuchs behütet heran. Wie die anderen Kinder, seine Stiefgeschwister, ging auch er jeden Sonntag zur, - Kirche, beichtete - kurz, er lernte alles, was ein guter Katholik wissen muss. 1945 dann die traurige Gewissheit: Die leiblichen Eltern werden niemals zurückkehren. Daraufhin gingen die Pflegeeltern zum Bischof und baten ihn, das Kind zu taufen. Der Kirchenmann lehnte dies jedoch ab, als er erfuhr, dass es sich um einen jüdisches Jungen handelte, "Was hat seine Mutter denn zum Abschied gesagt)", fragte er die treuen Bauersleute. "Sie winkte ihrem Sohn zu und bat uns, das Kind bald in eine jüdische Familie zu geben", erinnerten sie sich dann wieder. 
Nach der Geschichte habe ich den Papst gefragt: "Sie waren damals der Bischof in Krakau, warum taten Sie das?" Der Papst lächelte und meinte:" Mindestens hundert solcher Anträge habe ich abgelehnt. Wo immer es geht, stehe ich unseren älteren Brüdern bei - das ist eine tiefe Verpflichtung, die ich spüre."

Über 6 Millionen Tote durch den Holocaust beklagen wir. In Yad Vashem haben knapp die Hälfte erst wieder eine Geschichte. Nicht gezählt die Millionen psychisch Toten. Ich habe einen Freund in den USA, den ich nur selten sehe, ein äußerst erfolgreicher Mann. Er hat alles, was man sich wünschen kann. Aber er ist dünn, richtig mager, besteht nur aus Haut und Knochen. Als ich ihn neulich traf, fragte ich ihn, was ihm fehlt, warum er nicht mehr isst. Mit einem traurigen Blick erzählte er, dass ihm nichts fehle. Und seine Frau würde jeden Tag liebevoll leckere Speisen zubereiten und den Tisch einladend decken. Daran läge es nicht. Aber: Sein Magen ist blockiert. Jedes Mal, wenn er den ersten Bissen nehmen will, erscheint vor dem inneren Auge das Bild seiner kleinen Tochter, die das KZ nicht überlebt hat. "Vaterle, a bissei Brot", ruft sie mit schwacher Stimme und reckt ihm die mageren Ärmchen entgegen. Und dann bringe er es nicht über sich, zu essen.

"Wir haben die Verpflichtung, nicht zu vergessen, und wir sind nicht befugt zu vergeben" mit diesen Worten begann und schloss Oberrabbiner Lau seine Rede im Rathaus.

ERGREIFENDES  WIEDERSEHEN

Auf dem Gelände der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Jad Vashem kam es zu einem ergreifenden Wiedersehen zwischen Israels Oberrabbiner Israel Lau und seinem Retter aus dem KZ Buchenwald, Rabbi Herschel Schächter. Rabbi Schächter. der während des II. Weltkrieges US-Militär- rabbiner war, schilderte den Hergang:

"Am . 11. April 1945 stürmten wir das KZ-Buchenwald. Ich durchbrach mit dem Jeep das Tor des KZ-Lagers. Die SS-Leute schossen wild von ihren Wachttürmen auf die US-Soldaten. Viele von den Lagerinsassen, die zu dem nun offenen Tor rannten, wurden von SS-Leuten erschossen. Die Leichen türmten sich. Da entdeckte ich unter den leblosen Leibern ein paar noch funkelnde Augen. die einem zitternden Kind gehörten. Es war Israel Lau, der heute in Israel Oberrabbiner ist. Ich fragte das Kind in jiddisch nach seinem Alter. “1ch bin älter als Du", antwortete Lau mir. "Du weinst und lachst wie ein Kind und ich lache schon jahrelang nicht mehr und weinen kann ich auch nicht mehr."

Buchenwald bei Weimar war das größte KZ auf deutschem Boden. Während seines; achtjährigen Bestehens durchliefen 238.980 Häftlinge dieses KZ. Die US-Armee befreite am 11.04.1945 die restlichen 21.000 Insassen, darunter waren 4.000 Juden und 1.000 Kinder.

Meir Lau, 1945 als Fahnenträger und Überlebender aus dem KZ Buchenwald bei der Ankunft in Israel

Albrecht Fürst zu Castell-Castell betonte drei Signale, die von Yad Vashem ausgehen:

Erinnern: Als einstiger Kriegsteilnehmer schilderte er sehr persönlich den Umgang mit der Last der Schuld: Gott bietet Vergebung an, wenn wir in Buße zu ihm umkehren. Er habe dieses für sich und seine Familie getan und habe Vergebung empfangen.  

Gedenken: Wir sind verpflichtet, ein ehrendes Gedenken zu pflegen.

Versöhnen: Viele Juden leben noch in großem Schmerz. Diese Wunden werden nur durch Liebe geheilt. Liebe heilt Wunden: Es gibt viele Möglichkeiten - nicht Wiedergutmachung, sondern einfach Gutes tun von Mensch zu Mensch.

                                                                                               Auszug aus seiner Rede im Brief des Freundeskreises Yad Vashem                       

Rathaus Balkon

im Festsaal

70 Jahre zuvor besuchte Hitler Hamburg `34

vor dem Rathaus

  Quelle d. Fotos: Ausstellung, 100 Jahre Hambg. Rathaus

19. Oktober

Abends mit meiner Frau und einem befreundeten Ehepaar im Programmkino im Nachbarstadtteil Volksdorf, den Film “Der Untergang” gesehen, er hat mich tief beeindruckt und berührt.. Das er jetzt Wochen die Kinocharts anführt, sagt mir , das in unserem Volk, trotz aller Spaßgesellschaft und den Versuchen, im Rausch dem Leben zu entfliehen, auch ein  Bedürfnis weiterhin besteht, sich diesem Teil der deutschen Geschichte neu zu stellen. Enorme Schauspielerleistung von   Bruno Ganz: Wie kann man sich so in diesen Menschen hineinversetzen, ohne Schaden zu nehmen?                      Meines Erachtens wird durch die Dramaturgiedes Films, besonders, die okkulte* Bindung Hitlers deutlich. Mit den Konsequenzen für die Menschen, die sich an ihn, als ihr Lebenssinngeber und -erhalter gebunden haben: Alle wollte er mit in den großen Untergang reißen. Und noch bis heute wirkt die Zerstörungsmacht seiner ideologischen Lehre und sein Wirken, so auch dem Missbrauchs aller traditionellen Werte und Tugenden und letztlich der großen Schuld, die mein Volk, beim ihm zu folgen, auf sich lud. Was war die maßgebliche Ursache für seinen Judenhass, der Triebfeder und dem damit verbundenem Vollzug des Holocaust, der Shoa?  Ich glaube im Wesentlichen ist diese nicht im machtpolitischen oder volksökonomischen, sondern im  geistlichen Bereich zu finden.

* “Okkultismus- n. Duden: Geheimwissenschaft, Lehre und Praktiken, die sich mit der Wahrnehmung übersinnlicher Kräfte beschäftigt.

Meines Erachtens ist davon auszugehen, dass dies nicht nur wohl Inszenierter “Hokuspokus” als Beiwerk eines großen Theaters der wohlkalkulierten Massensuggestion und- Manipulation zur Machtvervollkommnung war. Das auch und doch  gehe ich davon aus, dass es bei den  ihn treibenden Quellen, um viel mehr ging.

Auch wenn dieser Bereich von der seriösen Hitlerforschung, als Erklärungsthese, vermieden wird, so antwortet Joachim Fest (Hitlerbiograph, Grundlage des Films) im Interview** auf die Frage, ob “Dämonie” eine Rolle bei der Wirkung  Hitlers auf die ihn Umgebenen gespielt habe? Er habe diesen Ausdruck nie verwandt, er spreche eher von Willensmacht, Unterwürfigkeit, Verantwortungsmangel, erklärt es aber nicht wirklich, die Quellen seiner Kraft. Und auf die Frage, ob er je für sich persönlich eine Erklärung gefunden habe, warum Hitler alle Juden hasste und umbringen lassen wollte, “wir wissen es nicht! Er hat sein Geheimnis mit ins Grab genommen.”

Andererseits gibt es Erkenntnisse darüber, dass Hitler schon seit seiner Jugend, immer wieder Zugänge und Verbindungen zum Bereich des Okkultismus suchte. Einige Beispiele, die nur als ein Anriss zu diesem Thema verstanden werden können: In seiner Jugendzeit in Wien kam er mit Schriften von Lanz Liebenfels und seines Geheimordens in Kontakt. Dieser lehrte z.B., dass die Erlösung durch die arische Rasse kommen werde. in München war er Mitglied der Thule Gesellschaft und bewegte sich in theosophischen Kreisen. Ein sogenanntes “Medium” brachte ihm von ihren Aufenthalten in Tibet “das Symbol” seiner Lehre mit, was in unserem Land dann Hakenkreuz genannt wurde  Himmler hatte für seine SS ein kultisches Trainingscamp auf der Welfsburg bei Paderborn, mit eigenem Kultraum- einer Walhalla mit 12 Säulen, gekennzeichnet mit “Blitzen”. Hier wurde Initiationsriten für leitende Offiziere der SS abgehalten. Hier erhielten sie ihre Totenkopfringe mit den SS- Runen, hier wurden die Ringe, nach dem Tod des Trägers, aufbewahrt und kultische Handlungen mit ihrer Asche vollzogen. Heutzutage ist diese Burg als Museum zu besichtigen. Der Museumsleiter, wies auf die Probleme mit Neonazis hin. Man musste eine Panzertür vor dem Kultraum einbauen, da diese Kreise dort immer Schwarze Messen abhielten. 

20. Oktober

Mein Bruder Peter ruft mich an, um mir zu berichten, dass er über Beziehungen an einen MI 5 Mitarbeiter gekommen ist und dort erfuhr, dass die dort vorhandene Akte unseres Großvaters 1999 vernichtet wurde. Es bestätigt meine 
Einschätzung, er war kein Doppelagent, mit fingiertem Unfall und Leben danach in England, dann wäre die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Aufbewahrungsfrist seiner Akte noch andauerte.

29. Oktober

Jetzt antwortet, die Behörde des Militärarchivs, gerade hier sollen Mikrofilme und überhaupt Unterlagen der Abwehr sein, also die eigentlich interessantere Fundstelle. Denkste! Mein Großvater bekommt von dem Sachbearbeiter plötzlich einen anderen Namen verpasst und es konnte nichts gefunden werden, aber viele andere Behördenstellen werden erwähnt, an die ich mich noch wenden könne, bzw. werde ich auf professionelle Agenturen hingewiesen, die vor Ort für mich, natürlich gegen Bezahlung, recherchieren. Ich könne auch gerne selber suchen, mit Öffnungszeiten, in Freiburg! Das man bei Behörden sowenig gute Erfahrungen machen kann.

5. November

Meinen Bruder besucht. Er gibt mir seine bisherigen Fundsachen mit vorher stöbern wir gemeinsam im Familienarchiv. Was haben unsere Eltern alles aufbewahrt?!

7. November

Es ist Sonntag und ich habe Zeit zum Stöbern. Und gerate in einen Rausch. Was für interessante Sachen, vielfältig
interessant, Familiengeschichte, Zeitgeschichte und immer wieder das Knistern, wenn man sich mit dem Geheimdienst- bereich beschäftigt. Ich muss aufpassen, das Thema entwickelt eine Eigendynamik. Per E-Mail nehme ich Kontakt zu einem Engländer auf, der seit Jahren engagiert auf den Spuren Vera Eriksen forscht und frage ihn, ob er rausbekommen hat, wer ihr Sohn sei, bzw. wo dieser lebt? 

8. November

Bekomme eine Mail aus England, er sei ihm auf der Spur, hofft bis zum Jahresende schlauer zu sein.

9.November

Erhalte neu eine Mail vom Nationalarchiv, Kew. Die Bezahlung der angeforderten `99 freigegebenen Dokumente über Vera und die anderen ist mit der Banküberweisung doch recht teuer, allein die Gebühren für die Auslandsüberweisung. Muss versuchen, das über Bekannte in London zu regeln.

10. November

Versuche über das Standesamt, die Originale der Scheidungsurkunde meines Großvaters und die der standesamtlichen Trauung mit Vera, als “von Wedel” zu erhalten. Mittlerweile habe ich in der Korrespondenz Hilmars, verschiedene Feldpostzeichen (aus 1. und 2. Weltkrieg gefunden, sowie Kompanieangaben, die sende ich per Mail an das Militärarchiv, jetzt habe ich ja einen Ansprechpartner und mit den Angaben muss er doch was finden!

13. November

Zur Zeit erhalten wir die “Welt”- per Werbeaktion. Der Literaturteil enthält heute Amos Oz  Rede zum Erhalt des
 “Welt - Literatutpreises für sein neues Werk”.  “Eine Geschichte von Liebe und Finsternis”. Seine Aufarbeitung der 
Familiengeschichte. Entdecke interessante Parallelen.  Er aus der Sicht, als Nachkomme der Opferseite. Gedankenauszüge. - “Wenn Sie mich zwingen wollten, mit einem Wort die Frage zu beantworten, worüber ich in allen Büchern geschrieben habe, würde ich sagen: über Familien...  über nicht-glückliche Familien. Die Familie ist in meinen Augen die seltsamste Institution der Welt, die mysteriöseste, komischste, tragischste und paradoxeste, die widersprüchlichste, die am meisten fesselnde und ergreifende.

-” Ich schrieb dieses Buch nicht, um mit meinen Eltern “eine Rechnung zu begleichen” und nicht, um die toten Geister meiner Familie und meiner Kindheit zu vertreiben. ich sage ihnen etwas Paradoxes: Meine Kindheit war tragisch, aber ganz und gar nicht unglücklich. Sie war eine reiche Kindheit, fesselnd und erfüllt, obwohl sie mich einen hohen Preis zahlen ließ.”

- “Anstatt sie. die Toten, (er meint hier seine Eltern, Anmerkg. d. Verfassers) und die anderen Toten, vor Gericht zu stellen, versetze ich mich an ihre Stelle. Schlüpfe in ihre Schuhe, vielleicht in ihre Haut.”

- (da er vieles Persönliche seiner Eltern und Vorfahren nicht wusste, schreibt er:) “...., konnte ich mich natürlich nicht 
auf irgendeine Recherche stützen. Ich konnte nur eine Bitte an meine Gene und meine Chromosomen richten: Liebe Gene, erzählt mir bitte die Geheimnisse der Toten. Und tatsächlich, dei Gene erzählten. Und wie sie erzählten. Die Gene meiner Eltern sind auch meine Gene.”

Interessante Gedanken, interessante Parallelen.

“Eine Geschichte von Liebe und Finsternis”

Habe das Buch gelesen.  Es ist ein besonderes Buch. Ein menschliches Buch. Vielschichtig. Manchmal sogar was von Menschheitsgeschichte seiner Epoche. Ehrlich und offen, traurig und humorvoll, eben dicht am Leben, mit unseren Schwächen. Ein Buch über Familie - übers Leben. Trotz aller beschriebenen Verletzungen, im Grundton versöhnlich. Das Buch eines sensiblen Chronisten mit erstaunlichem Gedächtnis. Aufrüttelnd ehrlich, nicht beschönigend. Ein Buch übers Erinnern und dessen heilsamen Wirkung im schreibenden Vollziehen, trotz traurigem Ende.

Hat den Lebenswunsch und “Auftrag” seines Vaters( und eigentlich auch dem der Mutter) erfüllt:  Gute Literatur zu schreiben, wenn nicht sogar Weltliteratur, dabei spielerisch mit Sprache umzugehen, wie ein Artist.

  (Das Buch war ein Weihnachtsgeschenk, Anmerkung vom 20.02.05 )

Amos Oz, alias Klausner

Ein Teil der Sicherheitsanlage in Israel 
(übrigens 5% d. Anlage besteht aus einer Mauer)
 
Fotos zum Artikel “Der nahöstliche Patient”, “Welt” ,13.Nov.04

Auch die Sicherheitsanlage in Israel ist in der EU umstritten. Der Mainstream verurteilt sie, “die Mauer”. Vergleiche zur Berliner DDR-Mauer werden gezogen. Dabei ist dies eine wiederholte Verdrehung der Realität. Die deutsche Mauer diente dazu ein Volk einzusperren und Flüchtlinge wurden bis in die letzten Tage, beim Versuch sie zu überwinden, erschossen,  wenn auch die DDR - Staatspropaganda, sie als Schutzmaßnahme darstellen wollte. Die Sicherheitsanlage in Israel, wird errichtet, um Mörder zu hindern. Welch eine Verdrehung und wieder einmal gehen viele Menschen, aktuell der palästinensischen Propaganda “auf den Leim”. Nachfolgender Artikel ist eine bemerkenswerte Ausnahme!

entn.: ”Israel Heute”, Nr.25, Dez.`04

14.November

Da ich mich mit der Homepageerstellung auch mehr im Internet bewegt habe und es als großes Archiv nutzen lernte, habe ich mich entschlossen, von Modem auf DSL umzusteigen. Jetzt bewege ich mich mit unvorstellbarerer Geschwindigkeit, dafür ist dafür mein E-Mail-Account zusammen gebrochen. Nur empfangen ist noch möglich.

30. November

Erhalte per mail Antwort vom Bundesarchiv. Es ist eine Behörde. Der von mir angeschriebene Sachbearbeiter weist auf die geringe Stellenbesetzung hin - für die Bearbeitung derartiger Anfragen haben sie keine Zeit und Kapazität. Drei Wochen brauchte es, um mir diese Mail - Antwort zu zusenden.

3. Dezember

Neuen Newsletter von Shoa.de erhalten. Ich komme gar nicht mehr nach alles zu lesen.

6. Dezember

Nikolaus, unsere Kinder warteten, selbst auch der, der als Teenager eigentlich sonst ganz cool ist. Überraschung am Abend, mein Bruder bringt mir einem neuen Scanner, eigentlich wollte ich mir ihren ausleihen..

Im “Hamburger Abendblatt” hat eine Serie zur Aufarbeitung der ersten Tage der Nachkriegsgeschichte Hamburgs“ Die Stunde Null” begonnen. Es geht um den Einmarsch der englischen Besatzungstruppen. Besonders bemerkenswert fand ich heute folgende Aussage.

Hamburger Rathaus am Ende des Krieges, die Spitze neigt sich,  Foto aus der Ausstellung 100 Jahre Rathaus

“Hamburger Abendblatt”, 6.12.04

7. Dezember

Den Scanner angeschlossen und er funktioniert. Computertechnik bleibt mir ein Geheimnis. Bin jedes mal überrascht, wenn's funktioniert. Jetzt steht an, die vielen gesammelten Dokumente zu scannen und einzufügen, Was tue ich mir da eigentlich an? Manchmal kommt es mir vor, als hätte ich mir eine Sisyphusarbeit vorgenommen. Der Zeitaufwand! Gott sei Dank, macht es auch immer wieder Freude

10. Dezember

“israel heute”, monatliches erscheinendes Nachrichtenjournal aus Israel erhalten. Folgender Artikel hat mich besonders angesprochen.

Abends, einen Termin in der lutherischen Kirchengemeinde Vorort gehabt, zu der  meine Familie und ich gehören. Es war der Abschlussabend eines ”Alphakurses”. Ein Kurs über mehrere Abende zu Grundthemen christlichen Glaubens für Kirchenferne. Als ein Gemeindeglied war ich dabei in der Kleingruppenleitung tätig. In meiner Gruppe war auch eine Muslime, die mit grundsätzlichen Lebens- und Glaubensfragen die vorangegangen Wochen teilnahm. Jetzt hatte sie sich für die Nachfolge an Jesus Christus entschieden, wollte sich taufen lassen. Über andere Gemeindeglieder war ein ARD- Team auf unsere Gemeinde aufmerksam geworden und will eine Reportage drehen. Nach der Ermordung van Goghs in den Niederlanden, eines Nachkommens des Malers, durch einen militanten Islamisten, gibt es zu diesem Thema anscheinend ein öffentliches Interesse. Diese angestrebte  Taufe war plötzlich interessant, sie wollten filmen. Die Frau in meiner Gruppe hatte darüber nachgedacht und je länger je mehr, wuchs die Angst in ihr. Sie ist alleinerziehend mit minderjähriger Tochter. Heute bat Sie mich mit dem Pastor noch mal zu sprechen. Taufe ja, aber nicht filmen! Damit war die Entscheidung natürlich klar, vorher hatten wir schon überlegt, mit Aufnahmen aus der Rückenperspektive etc. wobei sonst in unserer Gemeinde ausdrücklich immer darauf hingewiesen wird, während des Gottesdienst nicht mal zu fotografieren, bzw. filmen.

Wie anfällig ist unserer Gesellschaftsform? Wie schnell macht sich Angst breit?

7. Dezember

Endlich die Site “Story” beendet, somit kann ich jetzt vorerst zum Schluss kommen und die Homepage ins Netz stellen, die Sache ist abgerundet.. Habe meine Zielvorgabe erreicht , eine eigene Position zur Geschichte meines Großvaters zu  erarbeiten, die ich der These, aufgestellt im Artikel des Hamburger Abendblattes v. 6. Mai `04, gegenüber stellen kann! Und weiß, dass meine besser recherchiert wurde. Zur Zeit habe ich mein Mailprogramm vermurkst.

19. Dezember

Unter www.jimlynch.com interessanten Vortrag von Professor Haim Harari: “AView from the Eye of the Storm” gelesen, sehr empfehlenswerte Analyse des weltweiten Terrors! Silke Müller war so freundlich die Rede zu übersetzen.  

                                                                                                                                                       
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27. Dezember

Habe meinem Bruder Teile der Homepagevorlage gezeigt. Er gab mir noch Tipps und berichtete, dass jetzt eine Heiratsurkunde von Hilmar und Vera Dierks, nicht von Wedel, aufgetaucht ist!

28../29. Dezember

Site “Dienstreise” und “Quellenangabe” fertiggestellt Anfang des neuen  Jahres `05 geht sie ins Netz.

5. Januar `05

Heute habe ich das Buch von Traudl Junge “ Bis zur letzten Stunde” Hitlers Sekretärin erzählt ihr Leben, in der S - Bahn zu Ende gelesen. Da ich dienstlich viel in Hamburg mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin, ist Lesen zu können, noch eine   sinnvolle Nutzung der Zeit. Um 12 Uhr gab es selbst in der Bahn eine Gedenkminute für die Verstorbenen, den Opfer des Seebebens in Asien.

Je näher die Biographin in ihren Aufzeichnungen, als Zeitzeugin zum Ende des Krieges kam, desto bedrückender ihr Bericht. Das Geschehen, dieser letzten Seiten, sind dann mit Grundlage des Film “Der Untergang”. und das Tragische es ist alles beschriebene deutsche Geschichte, eben tatsächliches Zeugnis - das gibt dem Ganzen das Gewicht.  Zwei ihrer Zitate aus ihrer Betrachtung im Nachhinein:

“Ich muss damals schon oft an der Gedenktafel für Sophie Scholl in der Franz-Joseph-Strasse vorbeigegangen sein, ohne sie zu bemerken. Eines Tages fiel sie mir auf und als ich mir vergegenwärtigte, dass sie 1943 hingerichtet wurde, als mein Leben bei Hitler erst so richtig begann, war ich zutiefst schockiert,. Sophie Scholl war ursprünglich ja auch ein BDM- Mädchen, ein Jahr jünger als ich, und sie hatte sehr wohl erkannt, dass sie es mit einem Verbrecherregime zutun hatte. Mit einem mal kam mir die Entschuldigung abhanden.” (S.261).

 “Ich habe mich zurückgezogen und die Schuldgefühle, die Trauer, den Kummer in mich hineingefressen. Plötzlich bin ich als Zeitzeugin interessant geworden- das brachte mich in einen schweren Konflikt mit meinen Schuldkomplexen. Denn in diesen Gesprächen ging es nie um die Schuldfrage, sondern nur um historische Tatsachen. Ich konnte also Berichten, ohne mich rechtfertigen zu müssen. Dieser Umstand hat mich noch mehr belastet - und mir noch mehr zu denken gegeben. Heute trauere ich zweifach: um das Schicksal jener Millionen Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Und um das Mädchen Traudl Humps (Mädchenname, Anmerkg. d. Verfassers), dem die Selbstsicherheit und Umsicht gefehlt hat, im rechten Moment zu widersprechen.”

9.Januar

Eigentlich hatte mir ein Bekannter helfen wollen, die Homepage ins Netz zu setzen. Es scheiterte aus terminlichen Gründen.

20.Januar

Heute Antwort des Bundesarchivs - Zentralnachweisstelle, Aachen auf meine Suchanfrage meinen Großvater betreffend erhalten. Da deren Auskünfte kostenpflichtig sind, habe ich damals erst einmal telefonisch, grundsätzliche Chancen erfragt und mir wurde Hoffnung gemacht. Auch die weisen auf den personellen Engpass ihrer Behörde hin, aber das kostenpflichtige Suchergebnis war ein Flop:

- Seine Wehrmacht -Personalkartei mit Beförderungsvermerk wurde gefunden.

- und man höre und staune, er war in der vorliegenden Strafliste des Gericht beim Stabe des Kommandeurs d. Ersatztruppen festgestellt, mit der Straftat: Übertretung der Straßenverkehrsordnung und das im 1. Kriegsjahr. Was werden doch für wesentliche Dokumente in einer Behörde gefunden.

 

27. Januar

Gedenken der Befreiung Auschwitz vor 60 Jahren.

Auch in dem evangelischen Wochenblatt “Idea” war ein guter Artikel mit dem  persönlichen Reisebericht an den Ort des unvorstellbaren Grauens. Geärgert habe ich mich über die Zahlenangaben in der Einführung, da ich gerade zuvor das kleine Büchlein aus der Reihe Wissen bei C.H. Beck “Auschwitz” von Sybille Steinbacher gelesen habe. So schrieb ich direkt folgenden Leserbrief. Die nachfolgenden Karten und Pläne sind dem genannten Buch entnommen.


Leserbrief zum Artikel “Todesfabrik” v. H. K. Hofmann, Idea  Nr.4, `05

 

Wie außerordentlich wichtig die Kultur des Erinnerns ist, wurde im Zusammenhang der 6o. Jährung des Tages der Befreiung des KZs Auschwitz besonders deutlich. Gerade auch deshalb, da zeitgleich  die rechtsradikalen, antisemitischen Kräfte Schändehrlicherweise, sich wieder im deutschen Parlament dreist gebärden und somit die vielen Millionen Opfer Nazi- Deutschlands verhöhnen. Dankbar war ich daher über den Artikel Horst-Klaus Hofmanns, seinen persönlichgehaltenen Reisebericht an den Ort des Grauens. Eingehen möchte ich zuerst auf den Vorspann, wer auch immer ihn geschrieben hat. Hier werden Zahlen bei der Höhe der Opfer verwandt, die dem unvorstellbaren Ausmaß des  Verbrechens – Genozid (!), und der tatsächlichen Bedeutung dieses Ortes “Os`wiecim” nicht entsprechen.  Mir ist es deshalb so wichtig darauf hinzuweisen, da selbsternannte “Revisionisten” sich seit Jahrzehnten mit pseudowissenschaftlichem Gebaren darum bemühen, Zweifel zu säen. Im Mittelpunkt der Leugnungen nationalsozialistischer Massenverbrechen kommt dabei Auschwitz eine besondere Rolle zu. Die Geschichtswissenschaftlerin an der Uni Bochum S. Steinbacher, weist in ihrem aktuellem Buch “Auschwitz”, Geschichte und Nachgeschichte, Verlag C.H. Beck, 2004 auf die neuesten Forschungsergebnisse hin: (S.106)

“rund 3 Millionen Juden wurde in den Vernichtungslagern ermordet , etwa 1,3 Millionen starben bei Massenerschießungen, rund eine Million in Ghettos und Konzentrationslagern, nahezu 700.000 wurden in mobilen Gaswagen getötet und rund 800.000 starben an Hunger und Krankheiten in den Ghettos. Etwa 90 Prozent der in Auschwitz Ermordeten, insgesamt rund 960.000, waren Juden.”

Abschließend ist für mich als praktizierender lutherischer Christ, deutscher Nationalität von besonderer Bedeutung die Frage: 

Wie war es möglich, dass mein Volk, sich soweit vom Gott der Bibel und seinen Weisungen entfernen konnte?

Beim Versuch der Beantwortung, stoße ich auf die lange kirchengeschichtliche antisemitische Prägung und möchte dazu auf das wichtige Buch von Dr. Michael Brown “Unsere Hände sind mit Blut befleckt” hinweisen.                                                 Und auf die geistigen, geistlichen Quellen Hitlers Nationalsozialismus im Okkultismus hinweisen. Ein Thema, was im säkularen Raum von seiner Bedeutungsschwere nicht nachvollziehbar ist und deshalb vermieden wird. Nicht desto trotz, gerade wegen der tiefgreifenden Folgen für unser Volk; Fluch okkulter Bindungen über Generationen, bleibt es eine besondere Herausforderung für die Kirchen.

Denn nur wir kennen den ,der Ketten sprengt und durch bewusste Umkehr, Vergebung und Versöhnung mit Gott schenkt.

Mit geschwisterlichem Gruß!

Die nachfolgenden 5 Karten und Pläne sind dem Buch “Auschwitz” von Sybille Steinbacher, Verlag C.H. Beck entnommen .

19. Februar

Am 16. Febr. habe ich den Rohentwurf der Übersetzung der Rede Haim Hararis von Silke Müller zugesandt bekommen, s. “Tagebuch” - Notiz vom 19. Dez. 04. Habe mich direkt an die Bearbeitung gemacht und am späten Samstagabend steht sie und ich kann sie nun deutsch ins Internet stellen, sollte es noch dazu kommen, dass es endlich mal wahr wird.

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20.Februar

Habe heute eine Anmerkung zum neuen Buch von Amos Oz geschrieben, aber im “Tagebuch” unter dem 13. Nov.04 festgehalten, da ich dort schon auf das Buch eingegangen bin.

25. Februar `05

Eine Buchkritik aus dem Evangelischem Wochenblatt “Idea”, Nr. 8, v. 23. Februar zu “Hitlers Religion - Die fatale Heilslehre des Nationalsozialismus”, Pattloch Verlag gelesen. Die Grundaussagen des Autors; Michael Hesemann kann ich gut nachvollziehen. Und decken sich mit  Zitaten Hitlers, aus dem Buch Traudl Junges, seiner Privatsekretärin der letzten Jahre “Bis zur letzten Stunde”. So z. B. auf ihre Frage an ihn;” Glauben Sie, mein Führer, dass der Nationalsozialismus wiederkommen wird?” “Nein. Der Nationalsozialismus ist tot. Vielleicht wird in hundert Jahren einmal eine ähnliche Idee entstehen, mit der Kraft einer Religion, die über die ganze Welt geht. Aber Deutschland ist verloren. Es war wohl nicht reif genug und nicht starke genug für die Aufgabe, die ich ihm zugedacht hatte.”(S.194).

9.April `05

Freundlicherweise hat mein Schwager, da er uns besuchte zur Konfirmation unseres Ältesten, mal schnell die Homepage ins Netz gesetzt. Nun ist es geschehen! Und, wie so oft, ist es so einfach, wenn man weiß wie!

17. April `05

Jetzt gibt es sie nicht nur in vorläufiger Form, sondern mit ihrer eigenen Domain und tatsächlich schon am ersten Wochenende gab's die ersten Zugriffe. Wie ist das nur möglich, wo ich noch nicht mal Suchbegriffe bei Google gesetzt habe? Aber die Statistik ist umfassend. Sie wird sogar länger gelesen.

21. April ´05.

Die ersten Verbesserungen erstellt, da bei der Veröffentlichung, sich durch Schriftgrößenveränderungen, Verschiebungen ergeben haben, Bilder zu Text etc. Habe versucht dies anzupassen.

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