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Familie

die Eltern - Johannes und Ida Dierks

Luise, Wilhelm, Gerhard, Margarethe, Hilmar (v. links n. rechts) 1911  H. ist der Älteste mit 22  Jahren. Jahrespäter wird ihm sein Bruder Gerhard, in die Agententätigkeit folgen.

als Einjähriger im Infant.-Regt.Nr.74

Visitenkarte und Feldp. v.1916

Ordensspange v. Hilmar Dierks

Tumulte vor dem Rathaus, 24.6.19

Soldaten im Innenhof d. Hambg. Rathauses, 1919, Quelle d. 2 Fotos Ausstellung “100 Jahre Hambg. Rathaus

Gertrud  “Nuti” Dierks, als jg. Frau. Hat eine zeitlang im Weinlokal “Jakob” gearbeitet, Stammlokal der Abwehr, eine Fotografen- ausbildung absolviert und später einen Laden für Confisserie in Hambg. geführt

Post von den Dienstreisen an seinen Sohn Klaus-Jürgen, unten an den Hund “Doschka”

Kapitän z.S. Herbert Wichmann, Leiter der Abwehrstelle im Wehrkreis X

Hilmar mit “Jonny III”, Nieuport

Sterbeurkunde, Hilmar

  Passt Agentenleben like 007 und Familie zusammen?

1. bürgerlicher familiärer Hintergrund

Hilmar, Gustav, Johannes Dierks wurde am 5.1. 1889 in
Leer /Ostfriesland als ältester von 5 Geschwistern ( 3m./2w.) geboren.                                                                                          Sein Vater Johannes, Heinrich, Hilmar Dierks leitete als “Herr Rektor” die Konfessionsgebundene lutherische Schule in Leer und gehörte zu den Honoratioren der Kleinstadt. Im Haus wehte ein Geist von christlich, evangelisch - lutherischer Prägung, also wertkonservativ, patriotisch – national,  Kaisertreu (in beschriebener Reihenfolge).

Geboren war Vater Johannes, 1854 auf einem Hof  in Heiligenrode bei Bremen. Hatte als Ältester, diesen verlassen, da ein Leben als Landwirt ihm nicht entsprach.                      Er heiratete Marie Louisa Ida Lepin, geb. 1859, Apothekertochter aus Lüneburg und wurde aus beruflichen Gründen in Ostfriesland sesshaft.

Als seine 42 jährige Mutter 1902 starb, war Hilmar gerade 3 Tage zuvor, 13 Jahre geworden. Sein Vater heiratete kurze Zeit darauf, im Jahr 1905 Lucie Gerdes, Tochter aus dem Leeraner Teehandelshaus, denn “die Kinder brauchen eine Mutter! ”

 

 

Fragmente einer bürgerlichen Doppelidentität

 

Hilmar wurde Berufssoldat vor dem 1. Weltkrieg, mit Tätigkeit im damaligen militärischem Geheimdienst, dem Vorläufer des“ Geheimen Meldedienst” In dieser Funktion unternimmt er u.a. auch Reisen nach England.* (daselbst S. 89). Ein Großteil seiner familiären Korrespondenz ist noch erhalten, wie z. B. Feldpost per Karte oder Brief. So war er 1914 im von Österreich besetzten Belgrad (Feldpost v. 23.9.`14, Abs.: Dierks bei FA:45, IV Batterie, weiterhin war er Einjährig- Freiwilliger im Infanterie Regiment Nr. 74 (s. nebenstehende Visitenkarte und Bild, sowie weitere Feldpost v. 1916. Parallel  leitend  als Führungsoffizier im Geheimdienst tätig mit dem Auftrag:

        

                     ” Spion des Kaisers”*

Über die 1914 von ihm, rekrutierten, geleiteten und nach England entsandten Agenten, Hilmar Dierks ist mittlerweile 25 Jahre, habe ich ausführliches Material gefunden. So schreibt der Autor L: Sellers in seiner Dokumentation, der im Tower erschossenen deutschen Agenten des! Weltkrieges, über die Hintergrundgeschichten der gefassten Agenten des dtsch. Geheimdienstes  und deren Aussagen aus Original Verhörprotokollen. Die benannten waren alle rekrutiert bzw. instruiert von Hilmar Dierks, alias Richard Saunderson unter seinen ”Handelshaus” - Adressen in

  - Antwerpen, Provininerenstraat 72a, Postbox No 417 
     (s. S.89), oder

  - Den Haag, Fa. Dierks & Co, Loosdumschekade No. 166

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Aber auch unter seinen Unterlagen im “familiärem Archiv” fand ich einen Original Zeitungsartikel aus dem “1. Beiblatt d. 8 Uhr Abendblattes d. National-Zeitung” v. 19. Okt. 1927.             In dem auf einen, der im obigen Buch benannten Agenten, unter der Überschrift; “Hinter den Kulissen der Spionage” eingegangen wird.                         

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Im Jahr seiner Eheschließung hatte es in seiner Wahlheimat Hamburg, dramatisch zugespitzte Ereignisse gegeben, die mit der schwierigen Nachkriegssituation zusammenhingen. So z.B. den sogenannten “Sülze- Unruhen”, von denen ich jetzt erst im Zusammenhang meiner Spurensuche erfuhr.

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Wie auch dem Geschehen, zu dem er in einem Leserbrief aus einer Hamburger Zeitung v. 4.Juli` 34 Stellung bezog. Diesen fand ich auch unter Dokumenten in seinem Nachlass.           Unter der Überschrift “aus dem Kampfjahr 1919” schrieb er eine empörte, engagierte Richtigstellung, als Antwort auf einen Artikel; “Erinnerungen aus der Einwohnerwehr 1919”, als Mitglied der Einwohnerwehr Uhlenhorst  und selbst Beteiligter bei den beschriebenen Kampfhandlungen in Hamburgs Innenstadt.

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Gegen Ende des Jahres im Dez. 1919 heiratete er Gertrud –“Nuti”  -  Cordes, geb. 1895 in Hamburg. (gest. Mai `38)Ihr Trauspruch; “Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.” aus Psalm 23    

 

In den folgenden Jahren scheint er beruflich  als Soldat der verbotenen “Schwarzen Reichswehr”** anzugehören, wie auch dem Vorläufer der Abwehr, dem “Geheimen Meldedienst”. (Dok. Schaubild, Brammer), siehe Site: “Abwehr”

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In seinen Unterlagen ist er als Kaufmann – z.B. Autohändler, Versicherungsagent oder -makler, bzw. Exportagent bzw. Handelsreisender für unterschiedliche Produkte z. B. als Hr. Müller, Spezialist für Akkumulatoren/ Batterien bei der AG Hillermann**  oder Export-Import der Firma Reinhold & Co., reisend tätig. (Zitat aus Brammer) Oder “Hans von Sturheck” (phantasievolle Verwendung, des Begriffes für “Gatter” im Bremer Umland. Dieses Symbol ließ er auch in das von ihm  in Auftrag gegebene Familienwappen, (s. Site “Suche im Dunkeln”) aufnehmen.

Sein 1. Sohn Hans Hilmar wurde 1921 in Hannover geboren, aus einer außerehelichen Beziehung. Er adoptierte ihn..       (Seine Ehefrau soll davon nichts gewusst haben.)

1923 wird sein 2. Sohn  Klaus-Jürgen in Hamburg ehelich geboren.

Aus den Tagebuchaufzeichnungen dessen Mutter, meiner Großmutter (Anmerkg. d. Verfassers) , über “Bübchens” erste Lebensjahre, geht auf S.3 hervor; nach der ersten Reise zum Besuch der Großeltern in Leer noch im Jahr `23:

Der Herbst und Winter verliefen dann still in Bernau      (b. Berlin, Dienststelle Hilmars im Amt d. Wehrmacht “Militärischem Geheimdienstes” ?), da ich meistens allein mit dem Jungen war.”  (Denn Hilmar ist ständig auf “Dienst - Reisen” in Sachen Spionage für sein Land., der Verfasser)

Und aus dem Weiteren geht hervor, dass “Bübchen” Klaus-Jürgen und Mutter1 Jahr später am Erreger der Kinderlähmung erkrankten. Mit  weitreichenden Folgen.

“Leider verloren wir durch die Krankheit auch ein Schwesterchen, welches tot geboren wurde im Krankenhaus. (1924) Wieder zu Hause in Bernau angekommen, musste ich leider merken, dass es nicht gut gewesen war solange aus dem Haus zu sein und Anfang Jan. `25 ging ich dann für immer mit dem Kind allein nach Hamburg zurück.” (Trennung und Scheidung) 

Koordination des Spionagenetzes in den Beneluxländern und Nordfrankreich (“5. Kolonne”) Und immer wieder liebevolle Post für seinen Sohn von seinen Reisen.

Auch nach der Scheidung lebt er die Elternteilrolle, gemeinsam wird sogar, zur Freude des Sohnes, zu dritt die Familie in Leer besucht. (Brief Nutis an ihre Schwägerin, die ihr im familiären Stress verständnisvoll zur Seite steht. Nuti fühlt sich mit ihrer Entscheidung zur Trennung, vom Schwiegervater nicht verstanden. Es bedrückte sie, denn, wie Sie schrieb, war er für Sie Vaterersatz und er bedeutete ihr viel, ihr eigener war, als sie 8 Jahre war, früh verstorben..

In vielen Quellen, wird er als Referatsleiter I M (Marinespionage) Abwehrstelle X (Hamburg) im Range als Major, gehandelt. nach meinem bisherigen Recherchestand bezeichnet er sich selbst, nach Bildunterschriften der Dienstreise (s. folgenden Abschnitt), als IM 2, also als Stellvertreter des Referatsleiter IM. Die Hamburger Abwehrstelle gilt als die größte und der Bereich “Marine”, als der umfangreichste. (Zitat: Uwe Brammer “Spionageabwehr. Die Abwehrstelle im Wehrkreis X Hamburg 35- 45”)

 

Im Frühsommer `40 unternimmt er eine Dienstreise gemeinsam mit seinem Assistenten ( Bildunterschriften weisen immer wieder auf IM 2 hin) durch das Kriegsgebiet von den Niederlanden, Belgien bis Frankreich und schießt für seinen Sohn eine Fotoserie. (s. Brief) von den Kriegsschauplätzen
(Fotoalbum als Zeitdokument, Familienarchiv), begegnet nach den Aufnahmen zumindest in Nieuport und Brügge Rudolf Hess. Waren diese Treffen zufällig?!

                                                                                         Eine Aufnahme zeigt ihn mit “Jonny III”. Anscheinend gab er seinen liebgewonnen Autos Namen, voraussichtlich war dies auch das Unfallauto

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Ungefähr 1 Jahr und 3 Monate später am 2.Sept 1940.

Am Vorabend der Operation “Lena” kommt es nach einer feuchtfröhlichen, obligatorischen Abschiedsfeier im Weinlokal “Jakob” an der Elbchaussee, dem Lokal, das die ”Abwehr” gerne nutzte, auf dem Weg zum Flugplatz, zum Unfalltod. Sein Freund und Mitarbeiter Karl Theodor Drücke, am Steuer sitzend, hatte im Nieselregen die Abzweigung zu spät gesehen.

                        ___________________

* “Shot in the Tower” v. Leonard Sellers, 1997,  ** nach den strengen Bestimmungen d. Versailler Vertrages v. 28.6.1919 war Deutschland. nur eine winzige Militärmacht gestattet.  ***  L. Farago ,”Spiel  d. Füchse S. 118;

 

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